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Bildnis der Simonetta Vespucci in Botticellis "Geburt der Venus"
Sie war die Geliebte des Giuliano de Medici. Angelo Poliziano, Freund Botticellis und Hauslehrer der Medici, widmete ihr 1475 dieses Gedicht. Angelo Ambrogini, genannt "Poliziano", wurde am 14. 7. 1574 in Montepulciano geboren und starb am 29. 9. 1494 in Florenz. Der Dichter und Humanist war der führende klassische Philolologe des 15. Jahrhunderts. Seine "Favola d'Orfeo" war die erste szenische Behandlung eines profanen Stoffes. |
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| DIE NYMPHE, DER MEIN HERZ ENTGEGENEILTE, erschien mir dort in reinstem Liebesglanze, so wunderhold beim Tanze, mir war's als wenn ich schon im Paradiese weilte. Gedenk ich ihrer, steh ich schon in Flammen, wie sprech ich von dem Wunder ohnegleichen? Könnt eine sie erreichen, sie könnte nicht mit höh'rem Kranz sich kränzen. Um das beseelte Antlitz hingen lose die goldnen Haare, die der Stirn entsteigen, indes im holden Reigen sie Himmelsschritte leicht im Takt bewegte, und ob sie wenig nur die Augen regte, doch traf ein Strahl mich dann und wann verstohlen, doch neidisch hat verhohlen des Haares Schleier schnell, was mich entzückte. Die Nymphe sah's, die erdenwärts Entrückte, und neigte sich erbarmend meinem Sehnen, denn den verirrten Strähnen wies sie mit weißer Hand die rechte Stelle. Und tausend Liebesgeister, feuerhelle, ließ sie dem süßen Augenpaar entströmen. Mich muß es wundernehmen, daß ich nicht augenblicks zu Asche brannte.
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