Sympathie-Magazin Nr. 30
»Italien verstehen«
Stand: August 2009
Adressen in Deutschland
Italienische Botschaft, Hiroshimastr. 1-7, 10785 Berlin, Tel. (030) 25 44 00.
Nationales Italienisches Fremdenverkehrsamt(ENIT),
- Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt, Tel. (069) 23 70 69.
- Prinzregentenstr. 22, 80538 München, Tel. (089) 53 13 17.
Italienische Bahnen (Eurostar Reisebüro), Arnulfstr. 1, 80335 München, Tel. 089 55 32 01
Deutsches Jugendherbergswerk, Leonardo-da-Vinci-Weg 1,32760 Detmold, Tel. (05231) 9 93 60.
Zentrale für den Landurlaub, Maarstr. 96, 53227 Bonn, Tel. (0228) 96 30 20.
Adressen in Österreich
Italienische Botschaft, Rennweg 27, 1030 Wien, Tel. (01) 712 51 21.
Nationales Italienisches Fremdenverkehrsamt (ENIT), Kärntnerring 4, 1010 Wien, Tel. (01) 5051639-12.
Adressen in der Schweiz
Italienische Botschaft, Elfenstr. 14, 3006 Bern, Tel. 0041 31 350 0777
Nationales Italienisches Fremdenverkehrsamt (ENIT), Uraniastr. 32, 8001 Zürich, Tel. 0041 43 46 64 040.
Adressen in Italien
Deutsche Botschaft Rom, Via San Martino della Battaglia, 4, 00185 Roma, Tel. (06) 49 21 32 05.
Österreichische Botschaft, via G. B. Pergolesi 3, 00198 Roma, Tel, 06 844 01 41.
Botschaft der Schweiz, via B. Oriani, 00197 Roma, Tel. 06 80 95 71.
Konsulate und Generalkonsulate findet man in den großen italienischen Städten.
In jeder Provinzhauptstadt gibt es ein amtliches Tourismus-Büro (EPT oder APT). Der Sitz des Nationalen Fremdenverkehrsamts ENIT ist in Rom, via Maghera 2. Tel. 06 49711
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Anreise
Neben den großen italienischen, deutschen, österreichischen und schweizerischen Fluggesellschaften fliegen auch Low-Cost-Airlines Flughäfen in Italien an. Die Bahn bietet mehrere Nachtverbindungen sowie Eurocity-Tagesverbindungen. Sparen kann man beim Buchen von Pauschal-Städtereisen. Wer eine deutsche Bahncard besitzt, spart mit einer zusätzlichen »Railplus«-Option 25 Prozent auf den ausländischen Strecken, allerdings nur im grenzüberschreitenden Verkehr. Eine Alternative können auch die Europabus-Linien sein.
Leihwagen sollte man in Verbindung mit Flug- oder Bahnbuchung vorbestellen, sonst kann es teuer werden.
Auto
Auch wenn man den Eindruck haben mag, auf Italiens Straßen fahre jeder wie er wolle: Die Verkehrsregeln und -zeichen entsprechen der europäischen Norm. Das gilt genauso für die Anschnallpflicht oder das Alkohol-Limit(0,5 Promille). Auf Autobahnen gilt ein Limit von 130 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h und Landstraßen 90 km/h und 50 km/h innerorts. Bei Regen oder Schnee sind auf Autobahnen und Schnellstraßen 20 km weniger erlaubt. Mit Radarkontrollen muss man immer rechnen, auch in Kommunen. Auch auf Spurwechsel vor Autobahnzahlstellen lauert oft die Polizei. Die Bußgelder sind hoch, und bei Verkehrsbehinderung oder Parken während ausgeschilderter Straßenreinigungszeiten wird abgeschleppt. Grundsätzlich ist es nicht ratsam, gegenüber Polizisten rechthaberisch aufzutreten - seien es die Carabinieri (Staatspolizei, Teil des Militärs), die Polizia (Polizei des Innenministeriums), die Vigili urbani (örtliche Hilfspolizei) oder die Guardia di Finanza (Finanzpolizei). Kontrolliert wird auch, ob man eine Warnweste nach Euronorm an Bord hat.
Die meisten Autobahnen sind mautpflichtig. Man muss bei einem Mittelklassewagen acht Eurocent pro Kilometer einplanen. Zahlen kann man an den meisten Autobahnausfahrten auch mit den gängigen Kreditkarten. Die Telepass-Spur ist nur für Abonnenten des elektronischen Mautsystems vorgesehen. Immer mehr Städte (Rom, Mailand, Bologna, Siena, Pisa usw.) erheben eine Citymaut. Die Zonen sind mit dem Kürzel "Z. T. L." gekennzeichnet. Für Touristen ist es kaum möglich, Erlaubnisse zu erhalten. Bucht man ein Hotel in dieser Zone, sollte man vorher das Nummernschild melden.
Aufgepasst: Nur an Autobahnen sind Tankstellen rund um die Uhr geöffnet; überall sonst schließen sie bis zu drei Stunden über Mittag und ab 19.30 Uhr oder 20 Uhr. Sonntags sind nur wenige Tankstellen geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten kann man sich aber vielfach über Tankautomaten, die Geldscheine oder Kreditkarten annehmen, selbst bedienen. Bei kleinen Tankstellen wird in der Regel bedient, oft gibt es aber auch Selbsttanker-Säulen (Fai da te).
Ein Euro-Schutzbrief ist empfehlenswert. Die grüne Versicherungskarte ist nicht vorgeschrieben, kann aber im Falle eines Unfalls hilfreich sein. Bei italienischen Fahrzeugen ist die Versicherungsbestätigung hinter der Frontscheibe angebracht. Es gibt einen speziellen Verkehrsfunksender Isoradio, der längs der meisten Autobahnen einheitlich auf 103,3 Mhz mit einem englischsprachigen Info-Block sendet.
Banken und Geld
Banken sind montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 13.20 Uhr geöffnet, manche auch nachmittags für eine Stunde. Filialen und Wechselstuben an Flughäfen und Großstadtbahnhöfen haben auch samstags und sonntags geöffnet. Geldautomaten gibt es überall. Sie akzeptieren in der Regel Euro-Scheckkarten und Kreditkarten wie VISA oder Mastercard. Die gängigen Kreditkarten sind auch in Italien als Zahlungsmittel weit verbreitet.
Bedienungsgeld - Trinkgeld
Bedienungsgeld (Servizio) in Restaurants wird automatisch aufgeschlagen oder ist im Preis enthalten. Für Trinkgeld gibt es keine festen Regeln. Handelt es sich nicht um ein ausgesprochenes Familienrestaurant, sollte man dem Kellner fünf bis acht Prozent Trinkgeld auf dem Tisch zurücklassen. Der Tankwart, der die Scheibe putzt, ist für einen Euro dankbar. Hotelangestellte sind gegen eine Mancia sicher hilfsbereiter.
Einkaufen
Die Öffnungszeiten der Läden sind nicht mehr streng reguliert wie früher. Die meisten machen aber Mittagspause zwischen 13 und 16 Uhr. - Wer Imitate von Markenartikeln kauft, macht sich strafbar. Die Industrie- und Handelskammern führen sogar eigene Kontrollen durch und erstatten Anzeige.
Einreisebestimmungen
Der Personalausweis genügt. Hotels fordern den Ausweis oft beim Anmelden ein, man sollte ihn aber zurückverlangen, sobald die Daten eingetragen sind. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, braucht man natürlich Kfz-Schein und Führerschein. Bei Mitnahme von Tieren die aktuellen Impfvorschriften bei seinem Tierarzt erfragen!
Elektrizität
Das gesamte italienische Netz ist auf 220/230 Volt eingerichtet. Keine Probleme gibt es bei Geräten mit Euro-Flachstecker. Bei Schuko-Steckern braucht man oft Adapter, die man z. B. in den Heimwerker-Abteilungen von Supermärkten findet.
Essen - Trinken - Gaststätten
Die üblichen Essenszeiten sind ab 13 Uhr und ab 20 Uhr. Im Winter fängt man auch schon eine halbe Stunde früher an, im Süden beginnt das Abendessen im Sommer erst um 20.30 Uhr oder 21 Uhr. Eine italienische Mahlzeit besteht aus dem Primo (Nudelgericht, Suppe), dem Secondo (Fleisch oder Fisch) – dazu bestellt man einen Contorno (Beilage, Gemüse, Salat) - und eine Nachspeise (Obst, Käse oder Dessert), die man allerdings auch durch einen Caffé ersetzen kann. Ein ausgiebigeres Essen wird zusätzlich mit einem Antipasto (kalte Vorspeise) eingeleitet. Nur in einfacheren Garküchen kann man z. B. Nudeln oder eine Pizza (traditionell ein Abendgericht) und sonst nichts ordern. Und für Kinder gilt im kinderfreundlichen Italien sowieso die Regel: Jeder kann essen, was er will. Bestandteil der Rechnung ist traditionell Pane e Coperto, also der Grundpreis für Gedeck und Brot, der allerdings von einigen Regionen (Latium, Rom) inzwischen verboten wurde.
Die Caffé-Bars findet man in Italien an jeder Ecke. Was man beachten sollte: Erst an der Cassa zahlen und dann mit dem Scontrino (Kassenbon) an die Theke gehen. Diese Trennung ist gesetzlich vorgeschrieben.
Feste - Feiertage
Italien kennt folgende gesetzlichen Feiertage: 1. Januar (Neujahr), 6. Januar (Dreikönigstag), Ostermontag, 25. April (Tag der Befreiung), 1. Mai (Tag der Arbeit), 2. Juni (Tag der Republik), 15. August (Mariä Himmelfahrt, Ferragosto), 1. November (Allerheiligen), 8. Dezember (Mariä Empfängnis) und Weihnachten (25./26. Dezember).
Gesundheit - Ärzte - Apotheken
In Italien gibt es für Mitteleuropäer keine außergewöhnlichen Gesundheitsgefahren. Die Hygienevorschriften rund ums Essen und Trinken sind streng, aber dennoch kann es bei Sommerhitze vor allem im Süden zu Durchfallerkrankungen kommen. Am besten hat man ein entsprechendes Mittel in der Reiseapotheke dabei. Zuverlässige Mittel zur Abwehr von Mücken sind die auch in Deutschland bekannten Sprays. Aufpassen sollte man beim Aufenthalt unter Bäumen auf Zecken (Kopfbedeckung tragen!). Für den Fall, dass man einen Arzt braucht, sollten Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen darauf achten, dass sie eine neuere Versicherungskarte haben, die einen Auslandsschutz-Vermerk hat. Sucht man den Erste-Hilfe-Dienst Pronto Soccorso (in der Regel beim Krankenhaus) auf, ist die Akutbehandlung kostenlos. Grundsätzlich ist es ratsam, eine Reise-Krankenversicherung abzuschließen. Die Adressen von Ärzten findet man auf den Gelben Seiten (Pagine gialle) des Telefonbuchs; der praktische Arzt ist ein medico chirurgo generico, der Zahnarzt ein Dentista. Neben der klassischen Apotheke (Farmacia) gibt es die Parafarmacia, die nur rezeptfreie Mittel führt.
Gottesdienste und Kirchen
Italien ist ein katholisches Land. Für Gottesdienste gelten die auch in Deutschland üblichen Zeiten. Beim Besuch von Gottesdiensten oder der Besichtigung von Kirchen, vor allem Wallfahrtsstätten, sollten Frauen darauf achten, dass ihre Schultern bedeckt sind; oft sind auch Hosen unerwünscht.
Klima und Kleidung
Italien wird von starken Klimagegensätzen geprägt. Ist es im Juli und August von den Alpen bis Sizilien einheitlich heiß um oder über 30 Grad, so dass man es vor allem in den Städten kaum aushalten kann, können die Winter in Nord- und Mittelitalien sehr hart sein, während im Süden milderes Klima herrscht. Im März wehen erste Frühlingslüfte, im April kann es aber zu neuen Kälteeinbrüchen kommen, wenn die Tramontana von den noch schneebedeckten Apenninen-Gipfeln weht. Von Mitte April bis Mitte Mai gibt es ergiebige Regenfälle. Für alle, die keine Hochsommerhitze mögen, bieten sich der Juni und der September an. Der Oktober ist ideal für Bildungsreisende.
Museen
Die meisten bedeutenden Museen und Kunstgalerien sind täglich
außer montags geöffnet. Die Öffnungszeiten reichen meist bis zum frühen Abend. Ausgrabungsgelände werden vor Sonnenuntergang geschlossen. Die Eintrittspreise liegen zwischen fünf und zwölf Euro für Erwachsene. Fotografieren ist in geschlossenen Museumsräumen, in Kirchen und Klöstern oft nicht erlaubt, Blitzen ist generell verboten. Kirchen schließen in der Mittagszeit. Während der Gottesdienste sind Besichtigungen nicht erwünscht.
Literatur
Für Italien sowie auch für die einzelnen Regionen gibt es eine Vielzahl von Reiseführern, die hier nicht alle aufgeführt werden können. In einer gut sortierten Buchhandlung findet man eine große Auswahl. Hier eine kleine Auswahl weiterer Italien-Literatur.
Klassiker:
Burckhardt, Jacob: Die Kultur der Renaissance in Italien.
Dickens, Charles: Italienische Reise.
Fontane, Theodor: Eine Sehnsucht im Herzen. Impressionen aus Italien.
Goethe, Johann Wolfgang: Italienische Reise.
Gregorovius, Ferdinand: Wanderjahre in Italien.
Heine, Heinrich: Reisebilder.
Hesse, Hermann: Italien.
Schinkel, Karl Friedrich: Reisen nach Italien.
Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus.
Stendhal: Reise in Italien.
Winckelmann, Johann Joachim: Geschichte der Kunst des Altertums.
Land, Leute und Geschichte:
1000 Places to see before you die.
Altgeld, Wolfgang u.a.: Kleine italienische Geschichte.
Eco, Umberto: Mein verrücktes Italien.
Fest, Joachim: Im Gegenlicht: Eine Italienische Reise.
Fohrer, Eberhard: Italien. Das umfassende Reisehandbuch zum italienischen Stiefel.
Giardina, Roberto: Anleitung, die Deutschen zu lieben.
Hausmann, Friederike: Italien.
Klüver, Henning: Gebrauchsanweisung für Italien.
Kohl, Christiane: Villa Paradiso
Morese, Maria Carmen: Gebrauchsanweisung für Neapel und die Amalfi-Küste.
Neumann, Constanze (Hg): Italien. Eine literarische Entdeckungsreise.
Origo, Iris: Im Namen Gottes und des Geschäfts. Lebensbild eines toskanischen Kaufmanns der Frührenaissance.
Rusconi, Gian E.: Deutschland-Italien / Italien-Deutschland: Geschichte einer schwierigen Beziehung.
Saviano, Roberto: Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra.
Sciascia, Leonardo: Mein Sizilien.
Ulrich, Stefan: Quattro Stagioni. Ein Jahr in Rom.
Wagenbach, Klaus: Mein Italien, kreuz und quer.
Notruf
Die allgemeine Notrufnummer ist 112. Medizinischer Notruf: 118. Pannendienst: 116. Polizei: 113. Bergrettung: 77171.
Öffentliche Verkehrsmittel
Eisenbahnfahren ist in Italien immer noch billiger als in Deutschland oder der Schweiz. Das gilt vor allem für Regionalbahnen und Intercity-Züge. Will man sparen, gibt es ein Biglietto chilometrico für 3 000 Kilometer, auf dem bis zu fünf Personen reisen können und das zwei Monate gültig ist. Familien reisen als Minigruppen günstig. Nur für Touristen gibt es die Italy Railcard für beliebige Fahrten auf allen Bahnstrecken für verschiedene Laufzeiten. Ein eigenes Tarifsystem hat das Hochgeschwindigkeitsnetz Eurostar. Die Tarife sind je nach Tageszeit oder Buchungszeitpunkt unterschiedlich. Vorherige Platzreservierung in jedem Fall ratsam, manchmal auch vorgeschrieben. An kleineren Bahnhöfen gibt es keinen Schalter mehr. Dann kann man Fahrkarten im Regionalverkehr meist in der Bahnhofsbar oder im Zug lösen.
Vertretung in Deutschland: Siehe "Adressen in Deutschland".
Grundsätzlich gilt: Fahrkarten muss man zum Entwerten in einen der kleinen gelben Kästen stecken, die man auf allen Bahnhöfen findet. Sonst ist eine Strafgebühr fällig. Die Mitnahme von Fahrrädern ist möglich (und auch preiswert), sofern der Zug im Fahrplan mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet ist.
Das Eisenbahnsystem ist mit einem gut funktionierenden Busnetz verbunden, das allerdings nicht immer nach einem festen Fahrplan verkehrt. In Städten kauft man Bus-Fahrkarten oft nicht im Bus selber, sondern z. B. an Zeitschriften-Kiosken und in Bars. Das Entwerten nicht vergessen. Naht ein Bus, sollte man immer durch ein "Anhalterzeichen" zu erkennen geben, dass man in diese Linie einsteigen möchte.
Bei Taxis aufpassen, dass sie eine amtliche Lizenznummer am Heck tragen und ein Taxameter haben, das mit Fahrtbeginn in Gang gesetzt wird. Vor allem: Stets eine Quittung (Ricevuta) verlangen.
Eine große Rolle spielen in Italien die Fährverbindungen zu den Inseln oder zu anderen Mittelmeer-Anrainern. Eine feste Buchung ist in der Hauptsaison dringend anzuraten.
Telefon, Internet und Post
Das Telefon-Festnetz wird vorwiegend von der »Telecom Italia« betrieben. Die Ortsnetz-Vorwahlnummern sind stets Bestandteil der Telefonnummer und müssen immer mitgewählt werden. Zum Beispiel sieht eine Nummer in Florenz (Ortsnetz 055) so aus: 0551234567. Das gilt auch für Gespräche aus dem Ausland nach Italien (Landesvorwahl 0039), bei denen die „0“ nicht vergessen werden darf (außer bei Anrufen in italienische Mobilfunknetze). In unserem Beispiel: 0039 0551234567.
Die Auslandsvorwahlen aus Italien heraus: Deutschland 0049, Schweiz 0041, Österreich 0043. Es folgt die nationale Vorwahl ohne »0«.
Längst hat das Mobiltelefon das Festnetz überrundet. Es gibt drei große Anbieter: TIM (Telecom Italia), Vodafone und Wind. Man kann als Tourist auch Prepaid-Karten kaufen, aber angesichts der von der EU verordneten Senkung der Roaming-Gebühren lohnt sich das kaum noch. Wer mit dem Laptop reist, kann Prepaid-Internetkarten und -sticks in einem der zahlreichen Shops der Mobilfunkanbieter kaufen. Internetcafés gibt es in allen größeren und mittleren Städten.
Das Netz der Postfilialen ist dichter als in Deutschland, weil Poste Italiane eine Reihe von Zusatzdiensten übernommen hat. Briefmarken kann man auch in Tabakläden kaufen.
Verhalten
Italiener legen in der Regel Wert auf ordentliche Kleidung. Auch wenn man das Bedürfnis hat, sich so freizeitlich wie möglich zu kleiden, sollte man sich nach den örtlichen Sitten richten. Also nicht mit dem Badeanzug in die Trattoria oder mit grellbunten Shorts ins feine Restaurant.
Auch am Strand sollte man sich nach den Italienern richten, und das heißt: Nacktbaden ist unüblich oder auch ausdrücklich verboten, während Bräunen »oben ohne« meist geduldet wird.
Die Mitnahme von Hunden in Restaurants ist oft verboten, weil dies von den örtlichen Behörden so vorgeschrieben ist.
Vorbei sind die Zeiten, wo es in Italien als normal galt, sich vorzudrängeln. Discrezione ist angesagt, wo es Schalter gibt. In Banken, Postämtern oder an Fahrkartenschaltern gibt es reale oder virtuelle Wartelinien.
Das Rauchen in öffentlichen Räumen wie Bahnhöfen oder Flughäfen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch in Gaststätten aller Art ist grundsätzlich untersagt und wird mit bis zu 150 Euro geahndet. Mehrere Städte wie Venedig, Verona oder Vicenza verbieten auch den Verzehr von Speisen und Getränken auf öffentlichen Plätzen (außer Straßencafés) und verlangen bei Nichtbeachtung ein Bußgeld.
Die Italiener werden allmählich lärmempfindlicher. So ist es verboten, am Strand von 13 Uhr bis 16 Uhr die Mittagsruhe durch Radiomusik oder Ballspiel zu stören.
Geklaut wird überall in Europa, nicht nur in Italien. Wichtige Vorsichtsmaßnahmen: Im Auto sollte man nichts sichtbar liegen lassen. Geld, Kreditkarten und Dokumente sollte man in einem Brustbeutel oder einer Gürteltasche aufbewahren, Wertgegenstände im Hotelsafe deponieren und Autoschlüssel und -papiere nicht einfach im Zimmer liegen lassen. Von seinen Papieren sollte man Fotokopien machen, die Nummern von Kreditkarten samt Telefonnummern für Verlustmeldung notieren und sicher aufbewahren. In Städten und öffentlichen Verkehrsmitteln immer mit Taschendieben rechnen! Achtung Scippatori, vorbeifahrende Diebe! Handtaschen auf der Straße lieber quer schultern. Allergrößte Vorsicht ist bei Händlern am Straßenrand, an Autobahnausfahrten oder Raststätten geboten, die angeblich wertvolle Ware zu einem ungewöhnlich günstigen Preis anbieten. Es handelt sich garantiert um billige Fälschungen. Wenn man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bestohlen wird: Zur nächsten Carabinieri-Wache gehen (sie verfügt über Computer mit Übersetzungsprogrammen) und den Verlust mit möglichst vielen Details zu Protokoll geben. Das hilft zumindest bei der Versicherung daheim.
Zollbestimmungen
Nach dem Wegfall der Grenzkontrollen zwischen Deutschland, Österreich und Italien hat der Tourist normalerweise nur noch dann etwas mit dem Zoll zu tun, wenn er durch die Schweiz reist – auch nach dem Beitritt zum Schengen-Raum. Bei größeren Mengen von Wein, Spirituosen, Zigaretten usw. kann es ratsam sein, bei der Einreise in die Schweiz Zoll zu zahlen und bei der Ausreise wieder zurückzufordern. Die Ausfuhr von wertvollen Kulturgütern aus Italien unterliegt nach wie vor Beschränkungen, die man vorher erfragen sollte.